INTERVIEW | Strack-Zimmermann: "Das ist eine komplett neue Weltordnung"

Frau Strack-Zimmermann, was folgt aus dem Eklat im Oval Office für Deutschland?
Was wir da serviert bekamen, ist eine inszenierte Geschichte: Offensichtlich hat Donald Trump Wolodymyr Selenskyj eingeladen, um ihn vor den Augen der Weltöffentlichkeit bloßzustellen. Das ist ein unfassbarer Vorgang. Wir brauchen in Deutschland sehr schnell eine Bundesregierung und einen aktualisierten Haushalt. Umso befremdlicher ist, dass Olaf Scholz nach Großbritannien gereist ist und Friedrich Merz nicht mitgenommen hat. Es ist unklug, den möglichen künftigen Kanzler in so einem entscheidenden Augenblick nicht mit einzubinden.
Steht die FDP angesichts dieser Lage dazu bereit, mit der alten Bundestagsmehrheit Ausnahmen von der Schuldenbremse oder ein neues Sondervermögen zu verhandeln?
Das wird die noch existierende FDP-Bundestagsfraktion entscheiden müssen. Innerhalb einer Interimszeit eine so hohe Summe auf den Weg zu bringen, halte ich demokratietheoretisch für einen schwierigen Vorgang – auch wenn das Geld dringend erforderlich ist. Zudem hat Friedrich Merz keinen Plan vorgelegt: Es geht ja nicht nur um ein weiteres Sondervermögen. Es geht darum, den Haushalt im Verteidigungsbereich sofort deutlich anzuheben und auch umzuschichten.